Ohrhörer/ Stimulator

In-Ear Ohrhörer zur N. vagus stimulation

Mit Hilfe einer Otoplastik kann eine individuelle Ausformung des äusseren Gehörgangs durchgeführt werden. Dieser Abdruck kann der Herstellung von im äusseren Gehörgang getragenen Kopfhörern, sog. In-ear Kopfhörern oder zur Herstellung von Gehörschützern dienen.

Der 10. Hirnnerv, der sog. Nervus vagus des vegetativen („autonomen“) Nervensystems erreicht mit einem kleinen Hautast einige Bereiche des äusseren Ohres. Einige aktuelle Veröffentlichungen lassen darauf schliessen, dass sich dieser Hirnnerv

1. von aussen durch Elektroden im Bereich des äusseren Ohres stimulieren lässt und dass

2. diese Stimulation messbare klinische Effekte hat. Diese sind u.a.: Reduktion von epileptischen Anfällen, Schmerzlinderung, Besserung der Stimmungslage.

Der im Schutzanspruch 1 angegebenen Erfindung liegt das Problem zugrunde, dass die Stimulation im Rahmen der obg. Studien bisher durch relativ unförmige, instabilie, aufzuklebende Elektroden oder durch unangenehme Nadelelektroden erfolgen musste. Der Zielpunkt der Stimulation, die oberflächlichen Enden des N. Vagus werden so nur unzureichend erreicht.

Dieses Problem wird mit den im Schutzanspruch 1 aufgeführten Merkmalen gelöst.

Mit der Erfindung wird eine angenehm zu tragende, fest sitzende Stimulationseinheit vorgestellt, die eine im Vergleich zu den existierenden Stimulationselektroden verbesserte und spezifische Weiterleitung der elektrischen Impulse an den N. vagus sicherstellt. Die Stimulationsfunktion stellt eine bisher nicht umgesetzte oder angedachte Funktionserweiterung eines bereits existierenden In-ear Kopfhörers dar. Das vegetative Nervensystem kann durch die Erfindung nicht-invasiv beeinflusst werden, während mit dem Kopfhörer Musik gehört wird (= Stimulation des Hörnerven, 8th) und gleichzeitig ablenkende Einflüsse durch äussere Schallquellen reduziert werden.

Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist im Schutzanspruch 3 dargestellt.

Die in die Oberfläche des Ohrhörers integrierten Elektroden erreichen eine grosse Stimulationsfläche und erreichen damit einen höheren Stimulationseffekt als z.B. Nadelelektroden.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand der Figuren 1 bis 2 erläutert.

Es zeigen:
Fig. 1 den in das Ohr eingesetzten In-Ear Vagusstimulator
Fig. 2 eine seitliche Ansicht des Ohrhörers mit Darstellung der Stimulationsoberfläche
Fig. 3 eine mögliche Verschaltung des Stimulators/ Ohrhörers.

In den Figuren ist der Stimulator 1 mit Kabelzuführung 2, integriertem Mehrkanal -Lautsprechersystem 3 zu sehen. Eine Öffnung nach Aussen 4 kann mittels eines Gummistöpsels verschlossen werden, wodurch eine höhere Dämpfung der Umgebungsgeräusche zur besseren Entspannung, aber auch eine Verbesserung der Kopfhörer- Wiedergabequalität resultiert.

Bild 2 zeigt die zum Ohr gewandte Oberfläche des Ohrhörers/ Stimulators mit den eingearbeiteten bzw. aufgebrachten Stimulationselektroden 5 a+b . Ggf. können über ein weiteres Gehäuseteil noch weitere Hautareale des äusseren Ohres (Helix) stimuliert werden 6.

Bild 3 zeigt eine mögliche Schaltungsvariante des Ohrhörers/Stimulators entweder verbunden mit einem externen Stimulator 7 oder verbunden mit einer noch zu programmierenden Softwareapplikation („App“) eines angeschlossenen Mobiltelefons oder portablen Musikwiedergabegerätes 8.

Schutzansprüche

1. In-ear Stimulator, dessen Stimulationelektroden auf einem individuell angepassten Ohrhörer aufgebracht sind.

2. In-ear Stimulator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Träger der Elektrode ein handelsüblicher, nach einer individuell angefertigten Passform (Otoplastik) angefertigter Ohrhörer fungiert.

3. In-ear Stimulator nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dessen Träger neben den in 2. beschriebenen In-ear Ohrhörer auch ein Gehörschutz durch Kunststoff oder Gummi sein kann.

4. In-ear Stimulator nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die stimulierende Elektrode in die Oberfläche desselbigen z.B. durch Aufkleben, Aufdampfen oder Aufbringen von elektrisch leitenden Substanzen integriert ist.

5. In-ear Stimulator nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im äusseren Gehörgang die peripheren Austrittsgebiete des N. vagus erfasst werden.

6. In-ear Stimulator nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Anschlüsse der Oberflächenelektroden zusammen mit den Kopfhörerkabel nach unten zum Stimulator laufen.

7. In-ear Stimulator nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrische Stimulator-Steuereinheit sich entweder in einem gesonderten angeschlossenen Gerät befindet, oder softwarebasiert als „App“ in ein Musikwiedergabegerät oder ein Mobiltelefon integriert ist.

8. In-ear Stimulator nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, das dessen Anwendungsgebiete z.B. die Dämpfung bzw. Verhinderung von epileptischen Anfällen, die Linderung von Schmerzen oder die Besserung der Stimmungslage darstellen.

9. In-ear Stimulator nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mittels Ohrhörer während der N. Vagus Stimulation Musik gehört werden kann.

10.In-ear Stimulator nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass während der N. Vagus Stimulation durch den Stimulationsträger eine deutliche Dämpfung von störenden Umweltgeräuschen erreicht werden kann.

11. In-ear Stimulator nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass neben der Stimulation auch Hautwiderstände und ähnliche vegetative Parameter über die Oberflächenelektroden gemessern werden können und vom Steuergerät erfasst, gespeichert und verarbeitet werden können.

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